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Walden oder Leben in den Wäldern

Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Thoreau, Henry David
Verfasserangabe: Henry David Thoreau
Jahr: 2009
Verlag: Köln, Anaconda
Mediengruppe: Buch Erw. Sachlit.
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Zweigstelle: RW21 Standorte: Lbq 59 Tho / 1. OG / Körper & Geist Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0

Inhalt

Originalausg. 1854, dt. Erstausg. 1897. - Aus der Beobachtung, dass die »große Masse der Menschen [¿] ein Leben voll Verzweiflung« führt, erwächst in Walden von Henry David Thoreau die Forderung nach dem einfachen, kontemplativen Leben autonomer Individuen, mit der Thoreau die philosophischen Ideen des Transzendentalismus (Stichwort R S. 1068) als persönliche Utopie radikal umsetzt. Die sensiblen Naturbeschreibungen in Walden begründeten den literarischen Weltrang des Autors.
Entstehung: 1845¿47 lebte Thoreau in einer selbst gebauten, spartanischen Blockhütte am Walden Pond. Dort führte er ein äußerlich reduziertes Leben zur Befreiung des individuellen Geistes und suchte eine spirituelle Beziehung zur Natur. In seinen Tagebüchern sammelte er Naturbeobachtungen, verbunden mit philosophischen Reflexionen über die zunehmend industrialisierte US-amerikanische Gesellschaft, die er nicht nur kritisierte, sondern mit spiritueller Kraft füllen wollte. Sorgfältig überarbeitete Auszüge aus diesen Tagebüchern gab Thoreau als Essayzyklus Walden heraus.
Inhalt: Im Einklang mit den Ideen des Transzendentalismus findet Walden göttliche Wahrheiten in der Natur verkörpert; darüber hinaus ist für Thoreau die Natur selbst göttlich. Sie erscheint in Walden nicht schwärmerisch verbrämt, sondern wird in ihrer Widersprüchlichkeit angenommen, wobei sie dem Einzelnen die Befreiung von Konventionen und Traditionen ermöglicht, die für Thoreau Voraussetzung für volles Mensch-Sein ist. Das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft in Walden ist komplex: Obwohl Thoreau die Mechanisierung des Menschen im Industriezeitalter scharf kritisiert, begrüßt er etwa die Eisenbahn als Symbol für die natürliche Entwicklung und eine zukünftige demokratische Gesellschaft.
Nach Walden erfordert ein erfülltes Leben die Beschränkung auf das Notwendigste in materieller Hinsicht, sodass neben der Arbeit Zeit für Kontemplation bleibt. Im ersten Kapitel, Ökonomie, gibt Thoreau beispielsweise Auskunft über seine Ausgaben für den Hüttenbau, lobt in Das Bohnenfeld den Wert landwirtschaftlicher Handarbeit und lässt im poetischsten Kapitel, Frühling, die Natur um den See Walden Pond zu neuem Leben erwachen. Jede dieser alltäglichen Beobachtungen überträgt er auf gesellschaftliche und kosmische Prozesse.
Struktur: Walden ist kein philosophisch geschlossenes Werk, sondern lässt gedankliche Widersprüche nebeneinander stehen. Im Aufbau folgen die 18 Kapitel des Essayzyklus¿ dem Kreislauf eines Jahres, der im Frühling seinen Höhepunkt erreicht. Dieser Kreislauf des Erwachens aus der winterlichen Stille wiederholt sich in minutiösen Naturbeobachtungen und erzeugt so einen Rhythmus, der den Einklang des Individuums mit der Natur symbolisiert. Scheinbar ungeordnet stehen Abrechnungen der Ausgaben Thoreaus, quasi-wissenschaftliche Analysen von Naturphänomenen sowie Wetter- und Tierbeschreibungen neben politischen und philosophischen Überlegungen, ohne eine vereinfachende Einheit zu bilden.
Wirkung: Walden übte über Autoren wie Leo R Tolstoi und William Butler Yeats (1865¿1939) einen tief greifenden Einfluss auf die Weltliteratur aus und begründete die US-amerikanische Tradition des Naturessays. Das Buch gilt heute als eines der einflussreichsten Werke des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit Thoreaus Essay Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (1849) inspirierte es außerdem Mahatma Gandhis (1869¿1948) Widerstand gegen die Kolonialmacht, den Widerstand gegen die Naziherrschaft, die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung sowie die Bewegung gegen den Vietnamkrieg. J. C. -- (Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag))

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Verfasser: Suche nach diesem Verfasser Thoreau, Henry David
Verfasserangabe: Henry David Thoreau
Jahr: 2009
Verlag: Köln, Anaconda
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