Cover von Harry Brown wird in neuem Tab geöffnet

Harry Brown

Suche nach diesem Verfasser
Verfasserangabe: Regie: Daniel Barber. Drehb.: Gary Young. Kamera: Martin Ruhe. Musik: Martin Phipps ... Darst.: Michael Caine ; Emily Mortimer ; Charlie Creed-Miles ...
Jahr: 2010
Verlag: [Stuttgart], Ascot Elite Home Entertainment
Mediengruppe: DVD Erw Spielfilm
verfügbar

Exemplare

ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
Zweigstelle: RW21 Standorte: DVD-S Thriller Harr / UG / Musik, Theater, Film Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0

Inhalt

" [...] Nun hat es ein britischer Film geschafft, ein Genre wieder zu beleben, das oft genug für tot erklärt wurde: den Selbstjustizthriller. Harry Brown ist waschechte, bitterböse Vigilantenaction in ihrer reinsten Form, wie man sie nur noch selten antrifft.
Harry (Michael Caine), ein einsamer Rentner und Ex-Marine betrauert den Tod seiner Frau, die im Krankenhaus dahingeschieden ist. Auch seine Tochter ist vor langer Zeit gestorben, er hat nur seinen Freund Len (David Bradley), mit dem er ab und zu im Pub Schach spielt. Sorgenvoll betrachten sie ihre Nachbarschaft, die nach und nach den Bach runtergeht: Es wird gedealt, es wird randaliert, die Jugendbanden beherrschen das Viertel. Jeden Morgen geht Harry an der Unterführung vorbei, die eine praktische Abkürzung darstellt. Niemals geht er hindurch, da aus der Unterführung ständig Jugendliche, und Rap-Musik zu hören ist. Als Len sich endlich zur Wehr setzen will, bezahlt er dies mit dem Leben. Die Polizei kennt die Täter, hat aber keine Beweise, und muss die offiziell Verdächtigen auf freien Fuß setzen. Das kann Harry nicht tolerieren. Erst ersticht er einen Kleinkriminellen, der sein Portemonnaie will, dann kauft er sich eine Waffe.
Michael Winner und Charles Bronson haben den Selbstjustizfilm geprägt wie keiner vor ihnen. Zusammen machten sie Death Wish 1-3 [Anm.: dt. Titel: Ein Mann sieht rot], und zeigten, wie der einfache Mann von der Straße sich das Verbrechen nebenan nicht mehr gefallen lässt. Die Death Wish-Reihe war und ist höchst umstritten, den Filmen wurden regelmäßig rechtskonservative und gewaltverherrlichende Züge attestiert. Auch wenn die Tendenz sicherlich da war, reichte die Kritik doch meistens zu kurz. Death Wish (der erste Teil) war vor allem Ausdruck einer geistigen Ohnmacht. Wenn die Kriminalität steigt, die Polizei dich im Stich lässt, was bleibt dir noch? Aus diesen und ähnlichen Fragen speist sich eine exploitative Kraft, die nicht nur ideologisch fragwürdig, sondern auch dramaturgisch höchst fesselnd ist.
Der Selbstjustizfilm ist meist nach demselben Muster gestrickt: Ein Mann verliert alles, was er im Leben hatte (Familie, Geliebte, Freunde), und durch die Passivität der Polizei fühlt er sich genötigt, das Recht in die eigene Hand zu nehmen. Auf seinem Rachefeldzug fließt eine Menge Blut, aber ein Sinn stellt sich niemals ein.
Die letztendliche Sinnlosigkeit des Vigilantentums schwingt im Selbstjustizfilm immer mit. Am Ende hat der Held nichts gewonnen. Ihn erwartet das Gefängnis, die Leere, der Tod. Deshalb sind die besten Filme des Genres (Death Wish, Vigilante, Der Exterminator), auch keine Spaßgranaten, sondern bedrückende, düstere Filme, die sich einerseits hinter den Protagonisten stellen, ihn andererseits aber auch allein lassen. [...] Daniel Barbers Harry Brown (nach einem Drehbuch von Gary Young) ist ein weiterer, geradliniger Vertreter dieser speziellen Filmgattung, der ohne jedweden postmodernen Unsinn auskommt. Der Plot ist altbekannt, aber auch altbewährt, und wird durch die hervorragenden Darsteller (Michael Caine, Emily Mortimer, Iain Glen, Liam Cunningham, David Bradley und Ben Drew) veredelt. Barbers Inszenierung ist sehr solide, mit besonderem Blick aufs Detail (allein die Szene, in der uns Harry vorgestellt wird, als einsamer, zerbrechlicher Mann ist grandios). Dieser Blick ist es, der uns den im Grunde sehr konstruierten Film sehr lebendig und spontan vermittelt.
Harry Brown lebt natürlich auch von den kontroversen Themen, die er behandelt: Jugendkriminalität, Drogenhandel, soziale Unruhen, Selbstjustiz. Dass der Film dabei eher zur konservativen Richtung tendiert, ist eher als Genrekonvention denn als sozialer Kommentar zu verstehen." (negativ-film.de) (Sprachen: D, GB; UT: D; Extras: Audiokommentar; Deleted scenes; Interviews; Beim Dreh; Trailer).

Details

Suche nach diesem Verfasser
Verfasserangabe: Regie: Daniel Barber. Drehb.: Gary Young. Kamera: Martin Ruhe. Musik: Martin Phipps ... Darst.: Michael Caine ; Emily Mortimer ; Charlie Creed-Miles ...
Jahr: 2010
Verlag: [Stuttgart], Ascot Elite Home Entertainment
opens in new tab
Suche nach dieser Systematik
Suche nach diesem Interessenskreis
Suche nach dieser Beteiligten Person
Fußnote: Orig.: Großbritannien, 2009. - FSK: ab 16